Es gibt viele Paddle Boarding Abenteuer, doch das von James Whittle & Tom Caulfield – besser bekannt als „Tempest Two“ – ist außergewöhnlich. Eine Reise durch die raueste Gegend der Erde: Patagonien.

Es ist der Teil Südamerikas, der landschaftlich sehr viel bietet und doch das Ende der Welt zu sein scheint. Neben einer steppenartigen Hochebene oder dem feuchten Klima im Regenwald der Westanden findet man in Patagonien aber auch trockene und sehr kalte Gegenden mit starken Winden. Genau da hat sich das Abenteurer-Duo „The Tempest Two“, auch bekannt unter ihren richtigen Namen James Whittle & Tom Caulfield, hinbegeben, um ihren ersten Ultra-Triathlon zu bestehen. Schon seit 2015 zeigen die beiden, dass auch „gewöhnliche“ Leute außergewöhnliche Dinge durch den Einsatz von Selbstglaube und eine Menge harter Arbeit tun können und diese auch bewältigen.

Bereits Anfang Oktober 2017 ging es los auf den beschwerlichen Weg, der aus 1.600 Kilometern Radfahren, 65 Kilometer Rennen und 200 Kilometer Stand-Up-Paddeln über zwei riesige Gletscherseen bestand. Das schien ehrgeizig, aber auch machbar, wenn die beiden vorher nicht einmal Profis in diesen Disziplinen waren? Tatsächlich traten sie erst vor einigen Monaten zum ersten Mal auf ein Paddleboard von Red Paddle Co.

@ Red Paddle Co. @ Red Paddle Co.

„Die größte Herausforderung war nicht die Strecke, es waren die Bedingungen.“

Für diese ungewöhnliche Expedition fuhren James und Tom in eine Gegend, die als eine der rauesten und schönsten Regionen der Erde gilt. Patagonien erstreckt sich durch Chile und Argentinien, ein Land der Kontraste. Die Gipfel der Anden grenzen an die trostlosen Ebenen der patagonischen Steppe, üppige Wälder prallen auf karges Gestein und Sand. Dies ist das Land der Gauchos, einer Gruppe von Menschen, die vom Land leben und es vehement beschützen.

Der Trip sollte sie an ihre körperlichen und mentalen Grenzen bringen. Aber sie wollten gleichzeitig die Region auf eine einzigartige Art und Weise entdecken. Die erste Etappe war ein 1.600 Kilometer langer Radweg, der von der nördlichen Stadt Bariloche bis zur südlichen Siedlung von El Chalten führte. Sie mussten durch die Leere der patagonischen Wüste, vorbei an Berge, Seen und Gletschern.

© Red Paddle

Die zweite Etappe 65 Kilometer langer Lauf durch die Berge der Fitz Roy Range. „Wir nahmen den berüchtigten Huemul Circuit (normalerweise eine viertägige Trekkingroute) und hofften, die ersten Menschen zu sein, die diese Strecke in 24 Stunden zurücklegen würden.“, so die beiden Sportler.

Die finale Herausforderung bestand im 200 Kilometer SUP-Marathon, der aus Wind, Wellen und eisigem Wasser bestehen sollte. Die beiden großen Gletscherseen Viedma und Argentino und angrenzenden Fluss galt es zu überqueren.

Warum das alles?

Der Mangel an Erfahrung in diesen drei Disziplinen wird von vielen als naiv und töricht angesehen, aber die beiden wissen selbst aus Erfahrung, dass dies auch ein Segen sein kann. 2016 ruderten James und Tom über den Atlantik, ohne zuvor gerudert oder gesegelt zu sein. Sie bestiegen den Mont Blanc mit keinerlei Erfahrung im Klettern und fuhren mit Motorrädern von London in die Sahara, nachdem sie die Motorradführerschein-Prüfungen erst in der Woche zuvor bestanden hatten.

„Wenn man Neuling auf einem Gebiet ist, dann geht man ganz unvoreingenommen in eine Sache. Wir glauben, dass Erfahrung natürlich ein Gewinn sein kann, aber wir haben gelernt, uns vor nichts zu fürchten, weil es uns fehlt.“, so das Duo. Und nun das. Mit der Unterstützung von Red Paddle Co haben sie ihr Ziel erreicht. Ein paar Monate vorher haben sie zusammen mit einem Team daran gearbeitet, das beste Paddle Boarding Trainingsprogramm auszuarbeiten und durchzuführen. Mit zwei Red Paddle Voyager+ 13’2″ iSup 2018 und Dry-Bags ging es los. Der Plan war es von morgens bis abends zu paddeln und während der gesamten Reise an den Ufern des Sees zu campen.

„Unsere größte Herausforderung war nicht die Entfernung, sondern die Bedingungen. Patagonien ist die windigste Gegend auf dem Planeten außerhalb der Antarktis, mit Böen von mehr als 100 Stundenkilometer in regelmäßigen Abständen. Wir waren oft dem Wetter schutzlos ausgeliefert und hofften, dass wir viel Rückenwind haben würden, um schnell an Ziel zu sein – Wunschdenken!“, so die beiden Triathleten.

© Ben Read Photography

„Da das Stand-Up-Paddling für uns eine neue Tätigkeit ist, hatten wir um Vorfeld unser Trainingsprogramm so angepasst, dass vor allem die benötigten Muskeln und Bewegungen trainiert werden würden. Vor allem Balancierboards und Medizinbälle halfen uns dabei. Schulter- und Rückenübungen wurden ebenfalls zu unserem üblichen Trainingsplan hinzugefügt, um Muskeln aufzubauen und Flexibilität zu schaffen. So hofften wir Verletzungen während der tausend Paddelschläge zu vermeiden, die uns hoffentlich bis zur Ziellinie führen sollten.“ Und sie wussten schon vor der Reise, dass die letzten Schläge mit den Paddeln bis zur Ziellinie die besten Momente in 2017 sein würden.

Eine unglaubliche Reise liegt hinter ihnen. Sie haben es selbstverständlich geschafft! SUP.de gratuliert ganz herzlich.