Anfang Oktober 2017 gingen die Freunde James Whittle & Tom Caulfield auf ein ultimatives Abenteuer. SUP.de hat euch davon berichtet. Nun bekommt ihr noch mehr Lesestoff zu der aufregenden Unternehmung.

An den rauesten und abgelegensten Orten des Planeten haben sich James Whittle & Tom Caulfield in ihr Abenteuer, ein Ultra-SUP Triathlon gestürzt. Patagonien ist ein Land aus Feuer und Eis, das sich über Argentinien und Chile erstreckt und für Wochen das neue Zuhause der beiden (Freizeit-)Sportler wurde. Das Paar musste mit Sümpfen, Gletschern, heftigen Seitenwinden, Regen und Schnee klarkommen. „Tempest Two“, wie sich die beiden selbst bezeichnen, ging auf ein Abenteuer aus 1.600 Kilometer Fahrrad fahren, 65 Kilometer laufen und 120 Kilometer Stand Up Paddling. Jede Disziplin für sich wäre bereits ein eigenständiges Abenteuer gewesen. Aber alle drei Disziplinen nacheinander anzugehen, brachte die beiden an ihre Grenzen. Es sollte die bisher härteste Herausforderung werden.

© Red Paddle Co.

Erster Abschnitt: 1.600 Kilometer auf dem Fahrrad

Es war ein Kampf gegen die Elemente. Seit Tagen hämmerte ihnen der Schnee und Regen, und die sandigen, kiesbestreuten Straßen gegen die Fahrräder. „Wir stießen dennoch nach Süden auf der berühmten Carretera Austral vor, die sich durch üppige grüne Wälder und über schneebedeckte Gipfel schlängelt, bevor wir nach Osten auf die kontrastreiche Route 40 fuhren, ein karger Nachtisch, mit heftigen patagonischen Winden.“, so James.

Neun Tage dauerte das Abenteuer, bevor sie in der kleinen Bergstadt El Chalten ankamen. Nur 10 Stunden nach ihrer Ankunft in der Stadt auf zwei Rädern standen sie um 3 Uhr morgens in völliger Dunkelheit am Beginn des Huemul Circuit, einer 4-tägigen Trekkingroute, die als die härteste in Patagonien gilt. „Unser Ziel war es, der erste Mensch zu werden, der die Strecke in weniger als 24 Stunden bewältigt. Was vor uns lag, war der härteste Tag unseres Lebens.“

Zweiter Abschnitt: 65 Kilometer Bergabenteuer in knapp 17 Stunden

Die Strategie war einfach: Laufen, wann immer es möglich war, um Zeit zu gewinnen. „Die Berge in Patagonien sind nicht wie die französischen Alpen, und es gibt keine Bergrettungsarmee mit Helikoptern und Hunden. Du bist so ziemlich alleine, bis eine Handvoll Ranger nach dir suchen.“ Alles in allem machten sie innerhalb der 24 Stunden nur eine 10-minütige Mittagspause.

„Wir rannten durch knöcheltiefe Sümpfe und kämpften uns durch 100 km / h Winde. Die Isolation befähigte uns, und wir hetzten die Meilen mit einem Hunger nach Erfolg ab. An der 40 Kilometer-Marke begannen wir den Abstieg vom Berg und hatten unsere physische Grenze erreicht. Unsere Muskeln schrien nach einer Pause, und unsere Füße waren fast vollständig von Blasen bedeckt. Wir humpelten schließlich über die Ziellinie nach 17 Stunden 22 Minuten Non-Stop-Anstrengung.

Die folgenden Tage waren eine echte Qual: Die Beine waren ständig verkrampft und die Füße waren in Fetzen gerissen. Normalerweise hätte man sich wochenlang erholen müssen, doch es wartete ja noch eine Aufgabe: eine 120 Kilometer lange Paddelboard-Tour auf dem La Leona River.

Dritter Abschnitt: 120 Kilometer SUP

72 Stunden nach dem Ende der Tour durch die Berge packten Tom und James ihre Boards (13’2 Explorer board from Red Paddle Co) aus den Reisetaschen aus. „Vor uns lag der Fluss La Leona und hinter uns der weite See Viedma. Unsere Route führt uns 120 Kilometer durch die Jurassic Hills und in die Wildnis.“ Keiner der beiden stand vor dieser Reise jemals auf einem Paddleboard – bemerkenswert, dann gleich solch eine Tour zu wagen.

„Wir begaben uns auf den Fluss, den wir per Google Maps erkundet hatten, und stellten sofort fest, dass das statische Satellitenbild die Strömungsgeschwindigkeit nicht richtig wiedergab. Es war sehr schnell!“ Im Wasser waren viele kleine Gletscher und schnell wurde ihnen trotz Neoprenanzüge und Stiefel kalt. Während der gesamten Reise wehten die berüchtigten patagonischen Winde (die zweitstärksten nach der Antarktis) von Ost nach West und manchmal auch aus dem Norden. Doch bereits am ersten Tag hatten James und Tom mit einem heftigen Gegenwind aus dem Süden zu kämpfen.

Aufgrund ihrer Unerfahrenheit schaffte es der Wind sie stetig um 180 Grad zu drehen, sodass ein schnelles Vorankommen unmöglich war. Sie wurden häufig gegen das Ufer der Leona gedrückt. „Nachdem wir uns 10 Stunden stromabwärts gekämpft hatten, bezogen wir unser Zelt für die Nacht und beteten für bessere Bedingungen am nächsten Tag. Trotz der Frustration hatten wir über 60 Kilometer zurückgelegt, und wir wussten mit etwas Glück, dass der zweite Tag unser letzter der ganzen Reise sein würde.“

© Red Paddle Co.

Am nächsten Tag standen beide früh auf und machten sich im Morgengrauen auf den Weg, um den Mittagswinden auszuweichen. Das Wetter war besser als am Vortag. Ein Wehmutstropfen gab es trotz des positiven Starts an Tag 2 dennoch: James bemerkte, dass er seine Flosse verloren hatte. Also verbrachte er den größten Teil des Tages damit, sich im Kreis zu drehen. Doch irgendwie musste es ohne gehen. Die Umgebung war einfach atemberaubend: hochragende Canyons und sanfte Hügellandschaften. Die Stille immer mit dabei. Am späten Nachmittag kamen schließlich beide am Ufer des Lago Argentino an.

© Red Paddle Co.

Die beiden haben bewiesen, dass fast nichts unmöglich ist. „Wir sind keine Hardcore-Athleten, Radfahrer, Läufer oder SUP-Champions. Wir sind zwei normale Kumpels aus dem Vereinigten Königreich, die sich weigerten aufzuhören und uns bis zum Ende durchsetzten.“

Hier der Film zum Abenteuer: