Es scheint kurios: Der Internationale Sportgerichtshof soll klären, ob das Stand-Up-Paddling dem Kanufahren oder dem Surfen zugerechnet werden soll. Beide Weltverbände pochen auf ihrem Recht und erhoffen sich davon viel Geld, falls die Wassersportart einmal olympisch werden sollte.

Über was man nicht alles streiten kann – aber durchaus berechtigt. Der Cas (Court of Arbitration for Sport) entscheidet zurzeit darüber, ob das Stand-Up-Paddling eher dem Surfen oder dem Kanufahren zugeordnet werden soll. Ein durchaus berechtigter Fall, denn seit Jahren wird SUP zu einem regelrechten Massentrend. Immer häufiger sieht man die stehenden Wassersportler auch auf den heimischen Seen, Flüssen und anderen Gewässern herumpaddeln.

Eigentlich entstammt SUP dem Surfen, doch man paddelt schließlich auch. Der Internationalen Sportgerichtshof Cas setzt sich nun mit der heiklen Frage auseinander. Der Surf-Weltverband Isa vertritt den Standpunkt, dass er bereits seit Jahren offizielle SUP-Wettbewerbe organisiert und durchführt. Auch der Einsatz von Surfbrettern berechtige den Surfsport, SUP für sich zu beanspruchen.

Gegen diese Ansicht hat aber der Internationale Kanu-Föderation (ICF) etwas. Dieser argumentiert, dass man durch den Gebrauch eines Paddels die beliebte Sportart zum ICF zählen sollte. Eine Ansicht, die den Isa-Präsident Fernando Aguerre wütend macht: „Bis zum letzten Jahr hat das ICF keinerlei Interesse gezeigt. Erst seit wir versucht haben, das Stehpaddeln in das Programm für die Jugendolympiade in Buenos Aires (2018) aufzunehmen.“ Die Kanuten versuchen aber nun etwas Ruhm abzubekommen und von der Popularität der Sportart zu profitieren. Endlich wird der Fall vor Gericht geklärt, so Aguerre.

Das Surfen wird erstmals 2020 in Tokio olympisch. Denkbar ist daher auch, dass das Stehpaddeln auch einmal ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen werden wird. Sollte es so sein, wird der Verband – egal of Surf oder Kanu – davon monetär profitieren. Wir werden sehen, wie es weitergeht.