Wir von SUP.de haben Fanatic-Paddler Kai-Nicolas Steimer gefragt wie er den Trip zum größten Fjord Europas fand – Ein Interview.

Im Januar 2017 sind Lena Albrecht und Kai-Nicolas Steimer mit ihren iSUPs über die Gewässer Norwegens gepaddelt, um den zu erkunden. Nun hat sich Kai zur atemberaubenden und kräftezehrenden Tour geäußert.

© Lars Jacobsen

Kai, wie kamst du auf die Idee mit dem SUP bei eisigen Temperaturen paddeln zu gehen?

Oh, jeder kann SUP fahren, wenn es Sommer ist und warm draußen. Wir wollten einfach mal was Anderes probieren. Es hatte sicherlich viel mit unserer Abenteuerlust zu tun. Norwegen ist kein Standardziel, sondern überwältigend. Wir paddelten in einer Einsamkeit, einer toten Stille, etwas, das wir noch nie erlebt haben. Wir waren auf dem Sogne-Fjord, dem längsten und tiefsten Fjord Europas. Dort haben wir nicht einmal ein Fischerboot gesehen. Links und rechts gab es massive Klippen – einfach unglaublich.

Welche Ausrüstung hattet ihr mitgenommen?

Sehr warme Kleidung, dicke Neoprenanzüge und unsere Trockenanzüge und natürlich unsere aufblasbaren SUP-Boards. Diese sind in vielerlei Hinsicht praktisch: leicht, handlich, aber auch robuster als die Hartplatten, die man einfach über Felsen zum Wasser schleifen kann. Ich hatte das Fanatic Ray Air Premium, ein tolle Touring-SUP-Board. Es ist etwa 11 Feet lang und recht breit. Das erleichtert es ungemein, stabil auf dem Brett zu stehen und nebenbei die schöne Landschaft betrachten zu können, ohne sich auf das Paddeln konzentrieren zu müssen.

Konntet ihr dort überall paddeln?

Viele Seen waren gefroren oder nur teilweise geöffnet. Am Gletscher mussten wir unsere Bretter hinter uns über die Eisfläche herziehen. Dies war auch eine enorme Erfahrung. Die blaue Farbe des Gletschers war hervorragend und man konnte ihn schon von weitem sehen. In Stavanger am Meer surfte ich mit meinem Stubby Wave SUP bei minus 11 ° Celsius in schulterhohen Wellen. Das ist es, was ich so liebe am SUPing: Die Vielseitigkeit.

Kai-Nicolas Steimer zusammen mit Lena Albrecht © Lars Jacobsen

Würden Sie Norwegen empfehlen?

Unbedingt. Ich würde jederzeit wieder hinfahren. Aber beim nächsten Mal vielleicht mit etwas besserer Vorbereitung. Diese Reise haben wir ganz spontan entschieden. Wir googelten das Ziel Norwegen, organisierten den Anhänger, packten unsere Ausrüstung und nach drei Tagen begannen wir. Die Wettervorhersage sagte wärmere Temperaturen voraus – aber so war es nicht. Wer empfindlicher auf Kälte reagiert, sollte nicht im Zelt schlafen, denn die Temperatur darin hoch zu halten, ist ziemlich schwierig. Aber es gibt auch nichts Schöneres, als auf einem Fjord in Solitude aufzuwachen, das ist sicher.

Die Dokumentation zu dem Abenteuer heißt Å Skjelve (zu Deutsch: zittern). Wer sich diese mal ansehen will, der klicke sich in den Artikel von gestern „Zwei Deutsche auf SUP-Winterabenteuer-Tour“. Viel Spaß beim Angucken wünscht SUP.de.