Man könnte meinen Marty McFly ist aus „Zurück in die Zukunft“ hierhergekommen und stellt uns seine neueste Entdeckung von 2036 vor. Aber nein, Foiling ist absolut real und macht mega Fun.

Viele Wassersportler wie Kiter, Stehpaddler oder Surfer haben den neuesten Trend schon für sich entdeckt: Das Foiling oder auch Foilen. Doch was steckt hinter der mysteriösen Finne, die einen selbst und das Brett in Lüfte heben lässt?

Ein Foil sieht aus wie eine lange Finne mit Tragflächen. Diese sitzt anstelle der herkömmlichen Finne unter dem Board. Sobald man eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, hebt das Foil das Board aus dem Wasser und man gleitet nicht mehr mit der Unterseite des Surfboards. Man schwebt über dem Wasser und macht völlig neue Gleiterfahrungen, die einem das Gefühl vom Fliegen ermöglichen.

Doch nicht nur das Gefühl des Fliegens ist ein Vorteil, auch dass man mit einer Foil-Finne um ein Vielfaches schneller ist. Wer auf dieses Level kommen will, muss aber zunächst die sogenannte Angleitgrenze überwinden. Schätzungen zu Folge braucht man etwa 20 bis 22 Stundenkilometer Abhebegeschwindigkeit, um ins Feeling zu kommen. Nur dann können sich die Druckunterschiede zwischen der Ober- und Unterseite der Flügel so stark aufbauen, dass man abhebt.

Malte Reuscher © Mediahouse.One

Malte Reuscher © Mediahouse.One

Wir haben mit dem Windsurfer Malte Reuscher gesprochen, der das Foiling bereits seit einiger Zeit betreibt.

Malte, du hast eben dein Foil hier auf Sylt ausprobiert. Wie bist du überhaupt zum Foilen gekommen?

International fahren schon viele Windsurfer mit Foils. Von meinen Sponsoren habe ich im Februar das Material zur Verfügung gestellt bekommen. Seitdem bin ich mit dem Foil unterwegs. Ich fahre mit einem Brett von JP Australia, Segeln von Neilpryde und dem Foil von F4.

Was macht für dich die Faszination am Foilen aus?

Foilen ist super, weil man bei sehr wenig Wind schon aufs Wasser gehen kann. Man kommt sehr schnell ins Gleiten. Je nach Gewicht werden nur vier bis sechs Knoten Wind benötigt. Oft ist so wenig Wind, dass man normalerweise nicht windsurfen könnte. Mit dem Foil kann man dann trotzdem aufs Wasser gehen und Spaß haben.

Gilt Foilen unter Windsurfern noch als exotisch? Wie viele Windsurfer foilen bereits?

Das Foilen steckt im Windsurfen noch in den Kinderschuhen. Es fasziniert viele Surfer. Viele probieren das Foilen aus, ob es sich allerdings etabliert, ist noch nicht abzusehen.

Gibt es bereits Wettkämpfe mit Foilwertung?

Die IFCA hat am Neusiedler See in Österreich in diesem Jahr den ersten Foiling Grand Prix durchgeführt. Auch bei der PWA gab es bereits zwei Events mit spezieller Foilwertung, die sehr erfolgreich waren. Diese fanden an der Costa Brava und in Japan statt. Wir waren mit 20 Teilnehmern auf dem Wasser und konnten jeden Tag Wettkämpfe fahren. Zudem sind die Zuschauer und Medien sehr interessiert, so dass man immer eine positive Resonanz bekommt. An der Costa Brava bin ich Achter in der Foilwertung geworden.

Wie siehst du das Potenzial vom Foilen?

Es ist schwierig zu bewerten, wie sich der Stellenwert vom Foilen in Zukunft entwickelt. Aktuell gibt es 30 bis 40 Personen, die das Foilen speziell trainieren, um Wettkampfniveau zu erreichen. Grundsätzlich haben viele Leute Interesse an dieser Disziplin, es ist aber noch nicht abzusehen, ob diese auch das Zeug haben bei Wettkämpfen teilzunehmen. Ich finde das Foilen super einfach und optimal bei Leichtwindbedingungen. Man braucht nicht das große Material wie beim Formula Windsurfing, was von Vorteil ist. Es wird spannend zu sehen, was die Zukunft noch bereit hält.

Wer das Foiling im SUP-Sport, Windsurfen oder anderen Wassersportarten ausprobieren will, kann sich gern demnächst bei FUNSPORT.de eindecken. Hier gibt es schon bald den neuesten Stuff im Wassersportbereich zu kaufen.