Die Britin Cat Friend und ihre mallorquinische Freundin Valerie Bisbal wollten in einer 24-tägigen Expedition, auf der sie mit Unwetter zu kämpfen hatten, das Bewusstsein für die Probleme der Ozeane schärfen. Dabei sammelten sie bei ihrer Aktion „Soller to Soller“ insgesamt 9.000 € für den Meeresschutz. Dafür umrundeten sie in 555 Kilometer die Mittelmeer-Insel Mallorca mit dem SUP-Board.

Cat Friend und Valerie Bisbal sind die ersten Menschen, die die spanische Insel Mallorca mit ihren Stand Up Paddleboards umrundet haben. Ein früherer Versuch im Jahr 2015 scheiterte.

Am 1. Juni 2018 ging es diesmal vom Port Soller im Westen der Insel los auf die 555 Kilometer lange Expedition, die in 24 Tagen zu bewältigen war. Schon im Februar begannen die beiden mit dem Training: eine Kombination aus Paddelpraxis, Krafttraining und Cardio für Fitness. Um die bis zu 6 Stunden täglich auf dem SUP-Board zu bewältigen, holten sie sich professionelle Ratschläge zu ihrer Technik ein.

© Rodrigo Rivera

Große Herausforderungen

Zu den Herausforderungen auf dem SUP- Abenteuer gehörte die Jura-Nordküste, wo Meter hohe Klippen direkt ins Meer abfallen und es bei rauem Wetter nur wenige Schutzstellen gibt. Auch mussten Cat und Valerie drei Tage lang mit Stürmen am Ende der ersten Woche kämpfen, die den beiden große Probleme bereiteten. Auch starker Gegenwind erschwerte die Mission, weshalb sie an manchen Tagen nur die Hälfte ihres Tagesziels schafften. Gewitter verursachten weitere Ausfallzeiten, da es aufgrund der Carbon-Paddel das Wasser bei Blitzen zu meiden galt. Auch wurde den beiden die Autofähre in Alcudia gefährlich, sowie die auftauchenden Quallenschwärme.

Erschöpfung, Muskelverbrennungen, Rücken- und Handgelenksbeschwerden ließen sie an ihrem Vorhaben zweifeln. „Am siebten Tag waren wir ziemlich niedergeschlagen.“, so Cat. „Das Wetter schien gegen uns zu sein, unsere Körper litten und das Zelten über Nacht unter schlechten Bedingungen forderte seinen Tribut.“ Ein Physiotherapeut half bei der Bewältigung durch die heilenden Hände.

„Wir haben auf dem Weg einige atemberaubende Sehenswürdigkeiten gesehen.“, so die Mallorquinerin Valerie. „Ich habe hier mein ganzes Leben verbracht, aber die Chance, abgelegene Höhlen und Buchten zu erkunden, war fantastisch. Wir hatten klare blaue Buchten, paddelten mit Delfinen, Mantarochen und in Quallenschwärmen, aber leider sahen wir viel mehr Plastik als Wildtiere.“

Während der Expedition wuchs eine große spanische, britische und deutsche Fangemeinde in den sozialen Netzwerken an. Einige Fans begleiteten sie in Booten über die Buchten von Pollenca und später über die Schifffahrtswege von Palma. Während der Zeit wurde das Leben zur Routine: Um 4:30 Uhr aufstehen, große Mengen an Sonnencreme und Insektenschutzmittel auftragen, die Wetter- und Windvorhersagen checken. Dann von 5 bis 11 Uhr morgens paddeln, bevor der Wind stärker wird. Regelmäßiges Trinken und Essen, Schutz vor der Sonner waren das A und O.

Ein Bewusstsein schaffen

Mit ihrem Abenteuer unterstützten sie Asociacion Ondine, eine Balearische Meeresschutzorganisation. Ihr Hauptziel ist es, das Bewusstsein für die Palstik- Probleme in den Meeren und Ozeanen zu schärfen. Die örtlichen Schulen haben Cat und Valerie beobachtet und sie eingeladen, mit den Kindern über die Expedition zu sprechen.

„Wenn man im Meer unterwegs ist, ist es fast unmöglich nichts von der Plastik-Problematik mitzubekommen. Wir haben überall Plastik gesehen, jeden Tag auf See und an den Stränden.“, so Cat. „Daher war es uns ein Bedürfnis mit unserer Tour Geld für den Meeresschutz zu sammeln.“

Für ihre Tour nutzten Cat und Valerie das Starboard Touring 12’6 SUP. Jedes der beiden Girls hatte 20 Kilogramm Gepäck in Trockentaschen und 7 Liter Wasser bei sich. Ihre erste Mission am Morgen: Strand säubern, auf dem sie schliefen: Plastikhalme, Feuerzeuge, Flaschenverschlüsse und Taschen waren die häufigsten Funde. „So viel Müll an den Stränden gefunden zu haben, hat uns gerade zum nächsten Paddeln angespornt. Wenn wir Menschen dazu bringen können, ihre Augen für ein besseres Umweltbewusstsein zu öffnen, dann haben wir schon viel erreicht.“

Bei der Heimkehr begrüßten die beiden in Port Soller jede Menge Boote, Yachten, Kanus und Paddleboards. „Es war ein sehr emotionaler Willkommensgruß. Wir waren überwältigt von den Auswirkungen, die wir geschaffen hatten, und wir hoffen, dass wir unseren Beitrag für den Meeresschutz geleistet haben – zumindest für 2018.“, so Cat.

Auch wir von SUP.de unterstützen die beiden und ihr Vorhaben. Klickt euch mal auf die Seite der Crowdfunding-Aktion Soller to Soller.