Einfach nur auf einem SUP durch die Gegend paddeln, kann ja jeder. Casper Steinfath zeigt, wie man 130 Kilometer auf dem Skagerrak – ein Teil der Nordsee – überquert. Doch das Wetter machte da nicht ganz mit.

Das Skagerrak liegt genau zwischen der Nordküste Jütlands (Dänemark), der Südwestküste von Schweden und der südlichen Küste Norwegens. Man muss schon ganz schön verrückt sein, um dieses 240 Kilometer lange und 140 Kilometer breite Stückchen Nordsee mit einem SUP zu überqueren. Genau das hat Naish-Paddler Casper Steinfath Anfang Februar gewagt.

Screenshot Google Maps

Auf einem Naish-Board ging es am 1. Februar 2017 um 5:20 Uhr für den dreimaligen ISA SUP Weltmeister bereits vor Sonnenaufgang in Dänemark (am Strand von Klitmøller) los. Schon als kleiner Junge träumte Casper davon in die Fußstapfen der großen Wikinger zu treten und das Meer oberhalb Dänemarks zu befahren. Der Traum reifte weiter. Einmal das Meer mit einem SUP bezwingen, dachte sich der 23-Jährige lang. Die Mission wurde zu einer echten Herausforderung. Von seiner Heimatstadt Klitmøller (zu Deutsch: kaltes Hawaii) sollte es nach Kristiansand im südlichen Teil Norwegens gehen.

Im kalten und dunklen skandinavischen Winter sollte die wahnwitzige Aktion namens „Viking Crossing“ starten. Die 130 Kilometer lange Strecke über den Skagerrak galt es nun mit einem SUP-Board zu bezwingen. Casper Steinfaths Mission brauchte einige Jahre Vorbereitungen. Er studierte zusammen mit seinem Team sorgfältig die Strecken- und Wetterbedingungen. Bewaffnet mit Neoprenanzug, SUP-Board und -Paddel, sowie Walky-Talky, Handschuhen und einer Stirnlampe ging es bei guten Wetterverhältnissen und einem starken Rückenwind los. Die ersten 12 Stunden lief alles wie geplant. Doch mit der Dunkelheit am Abend änderte sich das Wetter rasch. Für Casper und sein Team war es schwer, ihre Tour fortzusetzen. Die wechselnden Winde wurden stärker und ein tückischer Strom in Verbindung mit der Dunkelheit und den eiskalten Temperaturen machte die das „Viking Crossing“ nicht gerade leichter.

Nach 116 Kilometer und einer Zeit von 16 Stunden und 20 Minuten konnten die Wikinger die Lichter von Norwegen sehen. Doch um Weiterzumachen waren die Bedingungen einfach zu schlecht. Schweren Herzens bestieg Casper sicher das Beiboot und fuhr in Kristiansand an Land. Der Traum das Skagerrak auf historischer Wikinger-Route zu überqueren musste noch ein bisschen warten. Doch Casper sitzt bereits jetzt an einer Fortsetzung der Mission. Aufgeschoben ist ja schließlich nicht aufgehoben.

„Mein Versuch, die Skagerrak-Straße zu überqueren, war eine tolle Erfahrung. Es hat mir mehr Energie und Lust gegeben, einen weiteren Versuch zu wagen. Ich habe eine Menge Erfahrung von dieser Reise mitgenommen. Ich fühle mich positiv und motiviert, einen neuen Versuch in der nahen Zukunft zu schaffen, aber immer noch unter den gleichen Bedingungen – es muss Winter, dunkel und kalt sein. Ich sehe das Ganze als einen spannenden Kampf gegen mich selbst. Wie weit kann ich im Kampf mit Mutter Natur gehen. Wie die Wikinger sagten, manchmal verlierst du eine Schlacht, findest aber einen neuen Weg, um den Krieg zu gewinnen!“, so Casper nach seinem ersten Versuch.

Das Skagerrak

Das Skagerrak ist nicht nur eine historische Route, sondern gilt heute als eine der wichtigsten Routen zwischen Nord- und Ostsee und ist daher ein stark befahrenes Seegebiet. Schon die Wikinger trieben hier Handel und bewegten Waren zwischen Dänemark und Norwegen hin und her.

Die bewegten Bilder zur Misson „Viking Crossing“