Sonni Hönscheid ist eine echte Wasserratte und das neue Gesicht bei Starboard. SUP.de hat die 36-Jährige verraten, was sie am SUP-Sport so liebt und was sie antreibt.

Sonni, du bist so vielseitig, man weiß gar nicht so recht, was einen von dir mehr interessiert. Wir von SUP.de möchten natürlich erst einmal wissen, wann und warum du mit dem SUPen angefangen hast?

Wir haben das erste Mal ein SUP-Paddler im Jahr 2008 auf Fuerteventura gesehen. Jürgen [Anmerk. der Redakt.: Jürgen ist Sonnis Vater und ehemaliger Profi-Windsurfer] hat dann gleich zwei SUP-Boards gebaut, mit denen wir uns dann in die Wellen gestürzt haben. Lustigerweise hat Jürgen schon mal viele Jahre davor ausprobiert im Stehen zu paddeln – auf einem großen Windsurf-Board mit einem Kayak-Paddel.

Du hast 1986 zunächst mit dem Surfen begonnen, bevor du ein SUP-Board unter den Füßen hattest. Nun mal Hand aufs Herz: Was magst du lieber, das Surfen und das SUPen?

Alles hat eigentlich mit Bodyboarding angefangen, dann kam das Windsurfen dazu und als ich 15 war das Surfen. Was mag ich lieber? Ich liebe es im Wasser zu sein, wenn Wind in mein Segel bläst und ich über das türkisblaue Wasser gleite, bei einem Duckdive in eine komplett andere Welt eintauche oder aus eigener Kraft von einer Insel zur anderen paddel. Jedes dieser Sportarten hat etwas Eigenes für sich, etwas sehr Spannendes, das sie einzigartig macht. Alles spielt sich im Wasser ab – da fühle ich mich einfach wohl. Ich bin so dankbar, dass ich diesen Lifestyle von meinen Eltern schon als Baby mitbekommen habe und dass Jürgen mir von Anfang an so viel über das Meer, Wellenreiten und Windsurfen beigebracht hat.

Ihr seid eine äußerst sportbegeisterte Familie und habt bereits viel von der Welt gesehen. Dein Vater Jürgen ist (ehemaliger) Profisurfer und hat euch Kinder immer dort mit hingenommen, wo er gerade Wettkämpfe bestritt. Welche Spots von früher sind dir noch in Erinnerung, die dich damals und auch vielleicht noch heute faszinieren?

Wir haben viel Zeit auf Hawaii verbracht. Bitsy, meine ältere Schwester, ist da sogar zu Schule gegangen. Als ich nach vielen Jahren wieder zurück nach Hawaii gekommen bin, habe ich von Anfang an dieses warme Gefühl gehabt – ein Gefühl von nach Hause kommen. Meine Eltern haben viele Freunde auf Maui und Oahu. Als Robys (Naish) Mutter gehört hat, dass ich da bin, hat sie gleich eine Party organisiert und viele Freunde von meinen Eltern eingeladen. Lange ist es her, doch wenn erzählt wird, ist es so als wäre es gestern gewesen, wo meine Schwester und ich in Hookipa am Strand gespielt haben, Jürgen die großen Wellen von Hawaiis North Shore abgeritten ist und Ute Fotos von ihm und den anderen Jungs gemacht hat.

Wo gehst du heute gern zum Stand Up Paddeln? Hast du Lieblingsspots?

Ich liebe es, den „Maliko run“ auf Maui zu paddeln. Es ist eine der besten Downwind-Strecken, die es gibt. Mein anderer absoluter „Favorite Spot“ ist bei meinen Eltern vor der Haustür: Punta Elena (Rocky Point). [Anmerk. der Redakt.: Punta Elena liegt nördlich auf der Insel Fuerteventura] Da habe ich angefangen mit Wellenreiten und ich liebe es da mit meiner Familie und guten Freunden zu surfen.

Für jemanden, der das Stand Up Paddeling noch nie ausprobiert hat, was würdest du ihm oder ihr empfehlen? Hast du schon einmal jemanden den Sport beigebracht?

Am idealsten ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat einen Kurs zu machen oder mit jemanden aufs Wasser geht, der sich auskennt. Wichtig ist, dass man zum Anfangen ein Board hat, das schön stabil ist (genug Volumen hat und breit ist) und glattes Wasser. Ganz wichtig ist eine LEASH (eine Leine, die das Board mit der Person verbindet) zu tragen.

Mein Race-Kalender ist ziemlich vollgepackt, aber immer wenn es mir die Zeit erlaubt, unterrichte ich sehr gerne. Ich mache auch SUP-Clinics für Anfänger, Fortgeschritten und Wettkampf-Paddler. Das nächste ist Anfang Mai (Info auf Surf-SUP-Center). Seit diesem Jahr arbeite ich auch eng mit dem VDWS zusammen.

Sonni gewinnt das Long-Distance-Rennen bei der APP World Tour und sichert sich damit den dreitten Platz im Gesamttableau © Sonni Hönscheid

Sonni gewinnt das Long-Distance-Rennen bei der APP World Tour und sichert sich damit den dreitten Platz im Gesamttableau © Sonni Hönscheid

Wie häufig im Jahr bestreitest du derzeit Wettkämpfe?

Meine Saison hat jetzt begonnen. Ich hatte letztes Wochenende mein erstes Rennen auf Maui. Es lief sehr gut für mich – also ein sehr guter Start. Ich werde so ca. an 15 Rennen teilnehmen. Unter anderem fahre ich die ganze APP World Tour mit und die Weltmeisterschaft „Molokai 2 Oahu“.

Der SUP-Sport – wie auch andere Funsport-Arten – wird vor allem bei Wettkämpfen zahlenmäßig von Männern dominiert. Stört dich das? Und wie fühlt es sich an, eine der wenigen Frauen bei den Wettbewerben zu sein?

Stören tut mich es nicht. Es ist für mich noch eine größere Motivation, um zu versuchen so viele Männer wie möglich bei Wettkämpfen zu schlagen, klappt auch manchmal ganz gut 😉 haha. Ich denke, es ist eine Frage der Zeit. SUP ist ein toller Sport für Frauen. Es kommen immer mehr Frauen dazu, gerade hier in den USA sind echt viele begeisterte Paddlerin unterwegs. Das wird auch so langsam in Europa. Klar ist es manchmal etwas „bitter“, wenn man bei einem Rennen alles gegeben hat, die gleiche Distanz wie die Männer gepaddelt ist, manchmal sogar auf kürzeren Boards (Carolina Cup & PPG sind Frauen auf 12.6 und Männer auf 14.0 Boards unterwegs) und dann viel weniger Preisgeld bei den Frauen zu gewinnen ist. Auf der anderen Seite gibt es bei vielen Rennen schon das gleiche Preisgeld, wie zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft „Molokai2Oahu“ und der Trend geht in diese Richtung.

Was hast du für die nächsten Jahre in Bezug aufs Stand Up Paddeling vor? Gibt es Pläne?

Ich konzentriere mich erstmals auf dieses Jahr und bereite mich auch auf meine dritte Kunstausstellung im Sommer 2018 vor. Seit diesem Jahr habe ich einen neuen Board-Sponsoren, Starboard. Ich bin super happy und motiviert mit den schnellsten Boards unter meinen Füssen unterwegs zu sein. Wir haben auch eine Kollaboration gemacht: Meine Kunst-Boards & Paddel werden Teil der neuen Kollektion sein. Darauf bin ich sehr stolz. Wettkamptechnisch habe ich mit dem 3. Gewinn in Folge letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft „Molokai2Oahu“ eigentlich schon mehr erreicht als ich je gedacht habe was möglich ist. Daher versuche ich dieses Jahr das nochmal zu toppen. Ich werde viele Rennen mitfahren und mein Bestes zu geben.

Mein Ziel ist es auch, so viele Leute wie möglich zum Stand Up Paddeln zu animieren und ihnen den Sport beizubringen, ganz besonders in Deutschland. Wir haben so viele tolle Gewässer, die entdeckt werden wollen. Dazu möchte ich den Leuten die richtige Technik beibringen und zeigen wie sie die Vorteile (Ganzkörper-Training), die der SUP-Sport mit sich bringt, zu 100% ausnutzen können. Noch ein Ziel ist es, meine Erfahrungen und mein Wissen weiterzugeben, beispielsweise wie man sich auf dem Wasser beim SUP-Surfen oder mit Raceboards in den Wellen verhält. Es gibt sehr viele Paddler die keine Ahnung von Regeln haben, in die Wellen gehen und damit eine große Gefahr für sich selbst und andere sind.

Sonnis Erfolge im SUP-Sport:

  • Europameisterin 2015 & 2016
  • Deutsche Meisterin
  • Weltmeisterin Worldcup 2009
  • Weltmeisterin M20 Hawaii 2014, 2015 & 2016
  • Gewinnerin Olukai 2016
  • Dritte der Weltrangliste SUP-Racer 2016
  • Gewinnerin Longdistance APP Worldtour Maui 2017

Sonni im Interview mit SYLT 1 (September 2013):

Am Montag lest ihr an gleicher Stelle, wie es im Privatleben von Sonni Hönscheid zu geht und was sie zu dem neuen Freund ihrer Schwester Janni, Peer Kusmagk, sagt. SUP.de wünscht euch bis dahin ein schönes, sonniges und sportreiches Wochenende.